Sphärenklänge im Winterkonzert 2018 des RKO

Josef Strauss (1827 - 1870) Josef Strauss (1827 – 1870) war der zweite Sohn von Johann Strauss (Vater) und wollte eigentlich keine professionelle Musikerkarriere einschlagen. Stattdessen studierte er am Wiener Polytechnikum, wurde Ingenieur und erfand unter anderem die Straßenkehrmaschine. Ab 1852 musste Josef Strauss allerdings anstelle seines älteren Bruders Johann als  Kapellmeister ins Familiengeschäft der Strauss-Kapelle einsteigen. Zu seinen Aufgaben gehörte auch die Komposition von neuen Stücken für die Kapelle.

Dass sich Josef Strauss an diese Aufgabe ohne besondere Begeisterung machte, lässt sich an dem Titel ablesen, den er seiner ersten Walzerfolge Op. 1 gab: „Die Ersten und die Letzten“. Die zweite Walzerfolge, Op. 12, hieß dann konsequenterweise „Die Ersten nach den Letzten“. In den folgenden Jahren fand er aber wohl doch Gefallen am komponieren. Seine letzte Komposition, der Walzer „Rudolfs-Klänge“ trägt die Opus-Zahl 283.

Den Walzer „Sphärenklänge“, Op. 235, schrieb Josef Strauss für den Medizinerball im Januar 1868. Der Titel bezieht sich auf die Idee der Sphärenharmonien des griechischen Philosophen Pythagoras. Das Wiener „Fremden-Blatt“ schrieb über die Uraufführung: „Die Melodien dieses Walzers waren besser als ihr Titel, da es einen eigenthümlichen Eindruck machte, ausgerechnet auf dem Medizinerballe musikalisch an’s ,Jenseits‘ erinnert zu werden.“

Das Reutlinger Kammerorchester wird sein diesjähriges Winterkonzert mit diesem Walzer eröffnen, in dem außerdem die junge Geigerin Eva Schall mit Dvořáks Romanze in f-Moll, Op. 11 zu hören sein wird. Der Sinfoniesatz „Blumine“ von Gustav Mahler und Beethovens zweite Sinfonie runden das Programm ab.