Wenn man einen Mitmenschen warnt, sich nicht die Finger zu verbrennen, meint man das häufig im übertragenen Sinne. Eduard Sonderegger, der am Samstag, 24. Juni 2023 das Violinkonzert D-Dur Op. 61 von Ludwig van Beethoven mit dem Reutlinger Kammerorchester zur Aufführung bringen sollte, ist das aber im wahrsten Sinne des Wortes passiert. Deshalb musste er leider das Konzert absagen.
Das Reutlinger Kammerorchester und sein Dirigent Thomas J. Mandl freuen sich und sind sehr dankbar, dass Fabian Wettstein, koordinierter Konzertmeister der Württembergischen Philharmonie in Reutlingen, kurzfristig einspringt und den Solopart in Beethovens Violinkonzert übernimmt.
Fabian Wettstein ist kein Unbekannter für das Reutlinger Kammerorchester. Im Herbst 2016 war er gemeinsam mit seinem WPR-Kollegen Benjamin Hartung Solist in der Sinfonia Concertante Es-Dur KV 364 von Wolfgang Amadeus Mozart.

Alle drei Werke sind Beispiele für die stürmische Entwicklung der Musik in Wien im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts. Beethovens Violinkonzert wurde 1806 uraufgeführt und wurde der Prototyp für die Gattung des Violinkonzerts in den nächsten Jahrzehnten. Die Ouvertüre D-Dur schuf Franz Schubert 1817 ganz im Stil der damals in Wien außerordentlich populären italienischen Oper und seines Zeitgenossen Rossini. Etwa fünf Jahre später begann Schubert mit der Arbeit an seiner Sinfonie h-Moll, von der er aber nur zwei Sätze vollständig und ein Scherzo teilweise als Klavierparticell schrieb. Diese vollendete „Unvollendete“ weist den Weg von der Tonsprache der Klassik zu der der Romantik.

