Messa di Gloria

Akademische Abschlussarbeiten sind normalerweise nicht besonders spannend für die Allgemeinheit. Aber es gibt Ausnahmen: als Teil seiner Ausbildung am Istituto Musicale seiner Heimatstadt Lucca schrieb der zwanzigjährige Giacomo Puccini ein umfangreiches Gloria. In den kommenden zwei Jahren komponierte er noch die übrigen Teile des Messordinariums, so dass die „Messa di Gloria“ zu seinem Studienabschluss in Lucca mit großem Erfolg uraufgeführt werden konnte.

Trotz dieses Erfolgs wurde das Gesamtwerk erst nach Puccinis Tod 1951 veröffentlicht und 1952 zum ersten Mal wieder aufgeführt. Die Messa di Gloria klingt nicht nur stellenweise nach italienischer Oper. Puccini hat Teile der Messe später auch in seinen Opern wiederverwendet.

Das RKO führt dieses außergewöhnliche Werk in Kooperation mit dem Reutlinger Kammerchor, dem Lehrerchor Reutlingen-Tübingen und dem Chor der Johanneskirche Sindelfingen gleich zweimal auf: am Samstag, 18. Mai 2019 in der Johanneskirche in Sindelfingen und am Sonntag, 19. Mail 2019 in der Marienkirche in Reutlingen.

Sphärenklänge im Winterkonzert 2018 des RKO

Josef Strauss (1827 - 1870) Josef Strauss (1827 – 1870) war der zweite Sohn von Johann Strauss (Vater) und wollte eigentlich keine professionelle Musikerkarriere einschlagen. Stattdessen studierte er am Wiener Polytechnikum, wurde Ingenieur und erfand unter anderem die Straßenkehrmaschine. Ab 1852 musste Josef Strauss allerdings anstelle seines älteren Bruders Johann als  Kapellmeister ins Familiengeschäft der Strauss-Kapelle einsteigen. Zu seinen Aufgaben gehörte auch die Komposition von neuen Stücken für die Kapelle.

Dass sich Josef Strauss an diese Aufgabe ohne besondere Begeisterung machte, lässt sich an dem Titel ablesen, den er seiner ersten Walzerfolge Op. 1 gab: „Die Ersten und die Letzten“. Die zweite Walzerfolge, Op. 12, hieß dann konsequenterweise „Die Ersten nach den Letzten“. In den folgenden Jahren fand er aber wohl doch Gefallen am komponieren. Seine letzte Komposition, der Walzer „Rudolfs-Klänge“ trägt die Opus-Zahl 283.

Den Walzer „Sphärenklänge“, Op. 235, schrieb Josef Strauss für den Medizinerball im Januar 1868. Der Titel bezieht sich auf die Idee der Sphärenharmonien des griechischen Philosophen Pythagoras. Das Wiener „Fremden-Blatt“ schrieb über die Uraufführung: „Die Melodien dieses Walzers waren besser als ihr Titel, da es einen eigenthümlichen Eindruck machte, ausgerechnet auf dem Medizinerballe musikalisch an’s ,Jenseits‘ erinnert zu werden.“

Das Reutlinger Kammerorchester wird sein diesjähriges Winterkonzert mit diesem Walzer eröffnen, in dem außerdem die junge Geigerin Eva Schall mit Dvořáks Romanze in f-Moll, Op. 11 zu hören sein wird. Der Sinfoniesatz „Blumine“ von Gustav Mahler und Beethovens zweite Sinfonie runden das Programm ab.

Erster Preis beim Finale des TONALi Wettbewerbs für Sebastian Fritsch

Drei Cellisten präsentierten sich am 30. Juni 2018 im Finale des TONALi-Wettbewerbs in der voll besetzten Elbphilharmonie in Hamburg der Jury und dem Publikum. Sebastian Fritsch, Solist der kommenden Sommerserenade des Reutlinger Kammerorchesters, hat dabei sowohl den Publikumspreis als auch den Ersten Preis der Jury erhalten. Das Reutlinger Kammerorchester gratuliert ganz herzlich und freut sich auf das gemeinsame Musizieren.

Im Wettbewerb spielte Sebastian Fritsch übrigens Schumanns Cellokonzert  a-Moll, op. 129  – ein Grund mehr, am 14. Juli zu unserem Konzert in die Reutlinger Kreuzkirche zu kommen.

TONALi ist ein gemeinnütziges Kulturprojekt, dass es sich vor allem zur Aufgabe gemacht hat, junge Menschen für klassische Musik zu begeistern. Seit 2010 lobt TONALi  jährlich einen Musikpreis aus, der unter der Ehrenpräsidentschaft von Christoph Eschenbach alternierend für Cello, Geige und Klavier vergeben wird. Mehr Informationen zu TONALi im Internet gibt es hier.

Sommerserenade mit Cello

Der Solist Sebastian Fritsch ist kein Unbekannter für das Reutlinger Kammerorchester.  Schon 2014 spielte er das 1. Violoncellokonzert von Camille Saint-Saëns mit uns. Dieses Jahr freuen wir uns auf das Cellokonzert von Robert Schumann mit ihm als Solist.

Anstelle einer Ouvertüre bringen die Bläser des RKO den ersten Satz aus dem Bläseroktett Es-Dur, op. 103 zu Gehör. Den Abschluss der Sommerserenade bildet dann die „Oxford“-Sinfonie von Joseph Haydn.

Unser einziges Problem könnte das Spiel um Platz drei bei der Fußball-WM werden. Aber das beginnt schon um 16 Uhr – um 19:30 Uhr wäre ein Konzertbesuch ein wunderbarer Kontrast.